Wenn Paare sich trennen

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Ratgeber620

Wenn die Liebe verfliegt, stellen sich viele rechtliche Fragen. Denn eine Trennung hat für beide Seiten erhebliche Auswirkungen. Den meisten Betroffenen ist unklar, was zu tun ist. Oft ist die emotionale Situation schon so schwierig, dass sich die rechtlichen Fragen wie ein gewaltiger "Berg" auftürmen.


Welche Rechte hat der verlassende Partner?

Sobald ein Ehepartner die Beziehung beendet, kann derjenige, der weniger Einkommen erzielt, vom anderen Trennungsunterhalt fordern. Dieser beträgt 3/7 der Differenz des unterhaltsrelevanten Einkommens.


Wie lange gibt es Geld vom Ex-Partner?

Grundsätzlich müssen nach der Scheidung beide Partner für sich sorgen.

Ausnahmen: Hat die Ehefrau wegen der Kinder ihren Beruf aufgegeben oder ist sie über 50 Jahre alt, gesteht das Gericht ihr meist zwei Jahre zu, bis sie eine Erwerbstätigkeit aufnimmt. Und: Leben gemeinsame Kinder unter drei Jahren bei der Mutter, erhält sie noch den nachehelichen Unterhalt.


Was passiert, wenn man mit der Scheidung wartet?

Falls ein Partner der Scheidung widerspricht und vor Gericht die Ehe als nicht zerrüttet beschreibt, ist nach drei Jahren Schluss. Dann gilt die Beziehung als nicht mehr zu kitten.


Was ist, wenn einer der Partner einen Neuen hat?

Dann fällt der Trennungsunterhalt niedriger aus. Denn: Die Lebenshaltungskosten pro Person sinken, wenn ein Paar zusammenzieht. Ein Single-Haushalt kommt teurer.


Wer bekommt die Vermögenswerte wie Haus oder Auto?

Die Aufteilung des in der Ehezeit erworbenen Vermögens wird geteilt, gemeinsame Schulden ebenso. Hat das Paar gebaut oder ein Haus gekauft, wird das oft veräußert, der Gewinn geteilt bzw. zur Schuldentilgung verwendet. Nutzt ein Partner es weiterhin, kauft er in der Regel dem anderen seinen Anteil ab. Das Auto steht meist demjenigen zu, der es für den Beruf dringender braucht.


Was bedeutet das Ehe-Aus für die Rente?

Per Gesetz werden alle Rentenanwartschaften bei gesetzlichen und privaten Trägern, die beide Partner in der Ehezeit erworben haben, geteilt ("Versorgungsausgleich").

Vorsicht! Ohne eine Scheidung bestehen die gegenseitigen Ansprüche an die Renten-Konten weiter.

Aber: Hat das Paar den Versorgungsausgleich im Ehevertrag geregelt, gilt der. Dieses Dokument kann man auch im Trennungsjahr noch aufsetzen. Aber: Sittenwidrige Klauseln sind unwirksam. Eine Hausfrau darf z.B. nicht vom Rentenanspruch ihres Mannes ausgeschlossen werden.

Übrigens: Hat die Ehe weniger als drei Jahre gedauert, findet meist kein Versorgungsausgleich statt.


Warum erst eine Trennungszeit und dann die Scheidung?

Die gesetzlich verbindlich vorgesehene Trennungszeit soll vor einer übereilten Scheidung schützen und ist eine Art "Probezeit". Außerdem sollte die Trennungszeit genutzt werden, um Trennungs- und Scheidungsfolgen zu regeln.


Wer bleibt in der Wohnung?

Eine Trennung kann auch in der Wohnung erfolgen. Dies ist aber häufig nicht erträglich. Es ist egal, wer Mieter oder Eigentümer der Ehewohnung ist. Kein Partner kann dem anderen Partner einfach die Koffer vor die Türe stellen. Die trennungswilligen Ehepartner müssen es zunächst unter sich ausmachen, wer auszieht. Eventuell kann beim Familiengericht ein Antrag auf alleinige Nutzung der Wohnung gestellt werden.


Was ist mit den Schulden?

Bei den Schulden gegenüber der Bank ändert sich durch die Trennung nichts. Jeder haftet für seine eigenen Schulden weiter. Gemeinsame Schulden bleiben gemeinsame Schulden. Eine automatische Haftung für die alleinigen Schulden des anderen Ehepartners gibt es übrigens nicht, es sei denn man hat dafür wirksam gebürgt.


Was passiert mit der gemeinsamen Vermögen?

Gemeinsames Vermögen, etwa eine vermietete Eigentumswohnung, bleibt gemeinsames Vermögen. Auch nach der Scheidung können die Partner gemeinsam weitervermieten und sich die Mieteinnahmen teilen.


Wem gehört der Hausrat?

Persönliche Gegenstände verbleiben im bisherigen Eigentum. Während der Ehe angeschaffte Gegenstände gelten als gemeinsames Eigentum. Wer den Kaufvertrag unterschrieben oder bezahlt hat, ist unerheblich. Der Hausrat muss - am besten einvernehmlich - aufgeteilt werden. Ansonsten bestimmen die Gerichte auf Grund eingereichter Listen mit Hausratsgegenständen einen Verhandlungstermin. Dies kostet unnötig Zeit und Nerven.


Was ist mit dem Schmuck, den ein Partner geschenkt bekommen hat?

Es gilt der Grundsatz: Geschenkt ist Geschenkt. Nur wenn der Schenker mittlerweile verarmt ist oder wegen einer schweren Verfehlung - etwa eine körperliche Misshandlung - kann ein Geschenk zurück verlangt werden. Untreue ist übrigens in der Regel keine schwere Verfehlung.


Ehe ohne Trauschein: Was sollte per Partnerschaftsvertrag geregelt werden?

Viele gesetzliche Vorschriften (Scheidung, Unterhalt, Erbschaft) gelten bei einer nichtehelichen Partnerschaft nicht. Deshalb müssen nichteheliche Partner viele Aspekte selbst regeln. Unter anderem:

  • Gemeinsame Wohnung: Wer kommt für die Miete auf und wie viel wird zum Haushaltsgeld beigetragen?
  • Vermögenswerte: Wem gehören die Möbel, das Auto, die Stereoanlage?
  • Konto: Wer ist in welcher Höhe am gemeinsamen Konto beteiligt?
  • Trennung: Wie soll der gemeinsame Hausrat verteilt werden? Was passiert mit Vermögen, das während des Zusammenlebens geschaffen wurde? Sollen gegenseitige Geschenke zurückgegeben werden?
  • Todesfall: Wem steht welcher Anteil am Oder-Konto zu Lebzeiten und im Todesfall zu?

 


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