Mietrecht: Häufige Fragen zu Winterschäden

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Schneehaufen620

Im Winter kommt es bedingt durch überraschende Wetterbedingungen schnell zu Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter. Meist kreist die Auseinandersetzung darum, wer anfallende Kosten übernehmen muss. Wir beantworten oft gestellte Fragen.


Heizkörper aus Spargründen abgedreht: Muss der Mieter die Reparatur zahlen, wenn die Leitung einfriert?

Ja, wenn ihn ein Verschulden trifft. Grundsätzlich müssen Mieter dafür sorgen, dass Räume ausreichend beheizt und gelüftet sind, um Schäden zu vermeiden. Susanne E. hätte die Heizung nicht komplett abschalten dürfen, sondern den Thermostat auf das Frostsymbol einstellen sollen. Da sie dies versäumte, hat ihr Vermieter Anrecht auf eine Entschädigung für die Reparatur.


Eiszapfen fallen von der Rinne: Wer haftet bei Verletzungen?

In diesem Fall hat der Gebäudeeigentümer eine Gefährdungshaftung. Das heißt: Er muss für den Schaden einstehen – egal, ob es seine Schuld ist oder nicht.


Starker Schneefall: Wer befreit das Dach vom Schnee?

Hauseigentümer müssen darauf achten, dass niemand durch Hausdach-Schneelawinen gefährdet wird. Dem Mieter darf er die Pflicht nicht aufbürden.


Gehweg vor dem Haus: Müssen Mieter Schnee schippen?

Nur, wenn die Schneeräumpflicht ausdrücklich im Mietvertrag geregelt ist. Findet sich dazu kein Absatz, sind Mieter nicht zum Schippen verpflichtet.


Zugige Fenster: Muss der Eigentümer Dämmungsmaßnahmen bezahlen?

Der Mieter sollte ihn schriftlich auffordern, die Fenster isolieren zu lassen und dafür eine Frist von 14 Tagen setzen. Läuft diese ab, dürfen Bewohner selbst einen Handwerker beauftragen, die Kosten dem Vermieter in Rechnung stellen. Falls dieser nicht zahlt: die Auslagen mit der Miete verrechnen. Aber: Dies führt oft zu Streitigkeiten. Experten empfehlen daher: Vermieter durch Mietminderung (zehn Prozent) und Mietzurückbehalt (bis 50 Prozent) dazu bewegen, den Mangel selbst beheben zu lassen.


In der Wohnung ist es zu kalt. Welche Schritte sollten Mieter einleiten?

Wohnräume müssen tagsüber auf 20 Grad (Bäder auf 22 Grad) aufgeheizt werden können. Ist dies nicht möglich, setzen Sie Ihrem Vermieter eine Frist von zwei Tagen, um die Heizung in Ordnung zu bringen. Wenn er nicht reagiert, schaffen Sie sich einen elektrischen Heizofen an. Die Rechnung sowie die dadurch anfallenden Stromkosten muss der Vermieter tragen. Beraten Sie sich am besten mit einem Rechts-Experten beim örtlichen Mieterverein über eine mögliche Mietminderung. Jahresmitgliedschaft: ca. 70 Euro.

 


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