Wenn Leihgeräte kaputt gehen

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Bagger620

Wer gegen Gebühr Gegenstände leiht, schließt rechtlich gesehen einen Mietvertrag ab. Daher haftet der Eigentümer für den ordnungsgemäßen Zustand der Sache. Wer fahrlässig einen Gegenstand kaputt macht, zahlt die Reparatur.

Bei gemieteten Sachen springt bei Schäden die private Haftpflicht-Police ein, sofern man die versehentlich beschädigt hat. Anders bei privat geborgten Dingen: Viele Policen schließen die Leistung aus, auch bei Verlust. Hier lohnt ein Blick in den Vertrag.

Davor, dass der Händler behauptet, man hätte etwas zerstört, schützt man sich, indem man die Teile vorab auf Vollständigkeit prüft (z.B. Möbel für eine Gartenparty) bzw. in Augenschein nimmt (z.B. Garderobe). Technische Geräte (z.B. Rasenmäher) lässt man sich erklären. Die Bedienungsanleitung sollte man auf keine Fall vergessen.


Kann man Ersatz für defekte Geräte verlangen?

Ja, denn der Kunde hat Anspruch auf funktionierende Ware. Man reklamiert sofort und fordert den Austausch. Meist bringt man dafür das Produkt zurück. Bei Großgeräten (Häcksler, Bautrockner) wird oft vereinbart, dass der Händler Ersatz frei Haus liefert.


Muss man die Abnutzung erstatten?

Beim gewerblichen Verleihen (Mieten) deckt die Gebühr die Abnutzung ab. Borgt man sich etwas von Bekannten, nimmt der Entleiher die Abnutzung stillschweigend in Kauf.


Was ist beim privaten Ausleihen zu beachten?

Wer etwas verleiht, geht einen (meist mündlichen) Vertrag ein: Man überlässt anderen gratis einen Gegenstand. Anders als gewerbliche Vermieter braucht man den nicht zu warten. Geborgtes muss man ordnungsgemäß benutzen. Man darf es nicht einfach an andere weitergeben.


Wie lange darf man Leihsachen behalten?

Händler vereinbaren eine Frist (pro Stunde, Tag oder Woche). Wer überzieht, kann auf Kulanz des Händlers hoffen. Der kann aber Überziehungsgebühren verlangen. Unter Privatleuten nutzt man den Gegenstand so lange, wie der übliche Gebrauch ist. Der Eigentümer darf den Gegenstand aber jederzeit zurückfordern.


Worauf sollte ein Geldgeber beim Geld verleihen achten?

Egal, ob es sich um Verwandte oder Bekannte handelt, eine schriftliche Vereinbarung ist ein Muss. Darin werden beide Vertragspartner namentlich genannt. Sie legen Summe und Rückzahlungsweise (Raten, Zins, Laufzeit) fest. Beide unterschreiben. Das Original bleibt beim Geldgeber, die Kopie beim Schuldner.
Vorteil: Das Papier sichert die Ansprüche des Gläubigers sogar gegenüber den Erben, falls dem Schuldner etwas zustoßen sollte.

Abzuraten ist von mündlichen Absprachen und ungenauen Formulierungen. Wichtig! Konkrete Termine für die Rückzahlung festlegen. Versäumt der Geldgeber das, muss er den Vertrag schriftlich kündigen, um den fehlenden Betrag zu erhalten. Die Frist dabei beträgt drei Monate. Erst dann kann er das Geld einklagen.


Wie regelt man die Auszahlung?

Bei Barem lässt man sich eine Auszahlungs-Quittung unterschreiben. Überweist man den Betrag, als Betreff "Privatdarlehen" und das Vertragsdatum eingeben.


Darf man unter Freunden auch Sicherheiten verlangen?

Ja. Borgt man etwa einem Freund 12000 Euro für einen Gebrauchtwagen, kann man als Sicherheit den Kfz-Brief verlangen. Denn: Ist der Schuldner pleite, darf man den Wagen dann zwangsversteigern lassen. Vom Erlös wird aber die Gebühr für den Gerichtsvollzieher abgezogen.
Tipp: Auf Nummer sicher geht, wer einen Notar hinzuzieht. Das zahlt sich bei hohen Summen aus.


Wie kommt man wieder an sein Geld?

Ist der Zahlungstermin verstrichen, leitet man das Mahnverfahren ein. Das ist auch über einen Anwalt möglich. Zunächst schickt man eine Mahnung, kündigt dann darin die Zwangsvollstreckung an. Dann beantragt man beim Gericht den Mahnbescheid. Hat man seine Forderung nach Fälligkeit nicht spätestens innerhalb von drei Jahren eingeklagt, geht man leer aus. Dann ist der Fall verjährt.

 


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