Reisemängel bei einer Kreuzfahrt richtig reklamieren

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Ratgeber620

Kaum auf hoher See, begann der Ärger? Man erhält nicht die Kabine, die man gebucht hat, oder die Route weicht vom bunten Reiseprospekt ab. Hier erfahren Sie, wie sich dann die Wogen wieder glätten lassen und welche Entschädigung Sie verlangen können.

Muss man Mängeln direkt an Bord reklamieren?

Ja, zunächst muss der Reisemangel dem Veranstalter - am besten vor Zeugen - angezeigt und soweit möglich Abhilfe verlangt werden. Wenn man besipielsweise eine bessere Kabinenkategorie gebucht hat, kann man darauf bestehen, diese auch zu bekommen. Denn andernfalls ist die Reise mangelhaft.

Unser Tipp: Ist eine örtliche Reiseleitung nicht vorhanden oder nicht erreichbar, muss der Reiseveranstalter in Deutschland informiert werden. Die jeweiligen Ansprechpartner werden meist in den Reiseunterlagen genannt. Machen Sie vorsorglich Fotos und sammeln Sie die Anschriften von anderen Reisenden als Zeugen.


Was ist nach der Rückkehr aus dem Urlaub erforderlich?

Lässt sich das Problem vor Ort nicht beheben (z.B. keine bessere Kabine vorhanden) oder ist eine Reiseleitung nicht erreichbar, muss spätestens einen Monat nach Rückkehr aus dem Urlaub man die Ansprüche schriftlich an den Reiseveranstalter richten. War die Reise mangelhaft kann man grundsätzlich einen Teil des Reisepreises zurück verlangen.


Wie hoch darf die Minderung sein?

Gute Anhaltspunkte, um wie viel der Reisepreis gemindert werden kann, gibt die Frankfurter Tabelle. Diese Tabelle wird vom Frankfurter Landgericht zur Berechnung von Reisepreisminderungen verwendet. Sie ist zwar nicht für andere Gerichte verbindlich. Trotzdem kann sie auf jeden Fall als grobe Richtschnur genützt werden. Nachfolgend finden Sie einige typische Beispiele:

Eintöniger Speisezettel:  5 % des Reisepreises
Nicht genügend warme Speisen: 10 % des Reisepreises
Lange Wartezeiten beim Essen: 5-15 % des Reisepreises
Fehlender oder verschmutzter Pool trotz Zusage: 10-20 % des Reisepreises
Ausfall von Landausflügen bei Kreuzfahrten: 20-30 % des anteiligen Reisepreises je Tag des Landausfluges
Lärm in der Nacht: 10-40 % des Reisepreises
Ungeziefer im Zimmer: 10-50 % des Reisepreises
Toilette / Bad kaputt: 15 % des Reisepreises
Verdorbene (ungenießbare) Speisen: 20-30 % des Reisepreises


Wer hilft bei online gebuchten Reisen?

2005 wurde von einigen Unternehmen, die den Verbrauchern zusätzliche Sicherheit bei Online-Buchung und Hilfestellung bei Schwierigkeiten bieten wollten, die so genannte Reiseschiedsstelle initiiert. Diese soll eine außergerichtliche Lösung der Meinungsverschiedenheiten bei einer Online-Buchung herbeiführen. Die Schiedsstelle erreichen sie einfach unter www.reiseschiedsstelle.de.


Was gehört zu den Reise-Unterlagen?

Eine Kreuzfahrt zählt zu den Pauschalreisen. Dabei organisiert die Reederei den Ablauf. Die Kunden haben einen Anspruch darauf, dass alle Leistungen eingehalten werden. Um die überprüfen zu können, nimmt man das Programm mit. Wurden Extras vereinbart? Dann unbedingt entsprechende Belege mitnehmen.

Wichtig! Der Reise-Sicherungsschein gehört zu den Unterlagen. Denn das ist der Nachweis, dass der Veranstalter gegen Insolvenz versichert ist. Wird die Tour deswegen abgebrochen, erstattet die Versicherung die Kosten für die Rückreise.
Übrigens: Mit dem Dokument erhält man auch die Anzahlung zurück, falls die Fahrt wegen mangelnder Nachfrage gestrichen wird.


Erhält man einen Preisnachlass, falls ein Hafen nicht angesteuert wird?

Ja. Hier gilt: Die Reise ist mangelhaft, sobald die Leistungen vom Vertrag abweichen. Dabei gilt auch die Beschreibung im Katalog. Wenn Zielhäfen ausgelassen werden, hat man Anspruch auf Minderung. Auch Zusatzvereinbarungen, etwa eine Stadtführung, muss der Reeder erfüllen. Klappt das nicht, lässt man sich das bestätigen und reklamiert spätestens vier Wochen nach Rückkehr schriftlich bei der Reederei.


Haftet der Reeder, wenn man bei starkem Seegang stürzt und sich verletzt?

Hier gibt's in der Regel keine Entschädigung vom Veranstalter. Extra Haltegriffe, etwa im Bad, braucht er nicht anzubringen. Den Teilnehmern muss klar sein, dass ein Schiff wegen hoher Wellen schwanken kann.

 


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