Tücken bei der Reise-Buchung erkennen und umgehen

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Ratgeber620

Last-Minute-Touren und satte Frühbucher-Rabatte können zu einer vorschnellen Buchung verführen. Hier erfahren Sie, welche Tücken die bunten Reise-Schnäppchen haben können.


Haben Last-Minute-Urlauber weniger Rechte als andere Urlauber?

Nein. Last Minute Reisende genießen dieselben Rechte, wie alle anderen Pauschalreisenden auch. Wegen beispielsweise einem verschmutzen Strand, eintönigen Speiseplan, Baustellenlärm oder unbenutzbaren Pool kann der Reisepreis gemindert werden.


Brauchen Last-Minute-Reisende einen Sicherungsschein?

Unbedingt. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass eine Insolvenz kurz vor Reiseantritt eröffnet wird, wenn man kurzfristig bucht. Aber der Reisepreissicherungsschein sichert auch den Rückflug ab.


Hat man ein Recht auf den Abflug vom nächstgelegenen Flughafen?

Nein. Vom Veranstalter kann man kein kostenloses Zugticket vom Heimatort zum Abflugort verlangen. Die kurzfristig gebuchte Reise muss so akzeptiert werden, wie sie angeboten wird.


Wenn das versprochene Hotel vor Ort doch ausgebucht ist, muss man dann eine Notunterkunft akzeptieren?

Nein. Der Urlauber darf nicht einfach in eine Notunterkunft abgeschoben werden. Vorsicht aber bei Glücksreisen. Hier kann die Unterkunft auch ein Hotel der untersten Kategorie sein.


Wann darf der Preis einer Reise gemindert werden?

Ist die Reise mangelhaft, so mindert sich automatisch für die Dauer des Mangels der Reisepreis kraft Gesetzes, § 651d BGB. Die Mängelanzeige vor Ort, etwa beim örtlichen Reiseleiter ist aber grundsätzlich unverzichtbare Voraussetzung. Sie tragen die Beweislast für die Dauer, Art und Intensität des Mangels, aber auch die rechtzeitige Reklamation.


Was ist im Reiserecht kein Mangel?

Bloße Unannehmlichkeiten, die im Rahmen des Massentourismus hinzunehmen sind, reichen nicht aus. Die Abgrenzung zwischen Reisemangel und zu ertragender Unannehmlichkeit ist fließend.


Was ist nach der Rückkehr aus dem Urlaub erforderlich?

Lässt sich das Problem vor Ort nicht beheben oder ist eine Reiseleitung nicht erreichbar, muss Renate F. spätestens einen Monat nach Rückkehr aus dem Urlaub Ihre Ansprüche schriftlich an den Reiseveranstalter richten. Dabei muss sie den Reisemangel beschreiben und konkret eine Reisepreisminderung fordern. Wird nicht freiwillig gezahlt, so müssen Renate f. und ihr Lebensgefährte innerhalb von zwei Jahren klagen, da ansonsten ihr Anspruch verjährt.


Welche Reise-Unterlagen sollte man dabei haben?

Alle Reise-Dokumente sollten parat sein (Pass, Programm, Buchung, Reservierung, Prospekt), ebenso die Adresse des Veranstalters. Kopien genügen dabei, nur Tickets und Eintrittskarten im Original mitnehmen.


Ist ein Zuschlag für die Koffer rechtens?

Nur, wenn man sich nicht an das hält, was bei der Buchung galt. Der Veranstalter bzw. die Airline müssen ihre Kunden über die Regelung fürs Gratis-Gepäck informieren. Nachträglich darf sich daran nichts mehr ändern.
Tipp: Legen Sie die Unterlagen am Schalter vor. Wer im Internet bucht, druckt die Bestimmungen, die am Buchungstermin galten, aus.


Wie lassen sich Kostenfallen im Vorfeld vermeiden?

Zunächst informiert man sich über sein Urlaubsziel in verschiedenen Reisebüros oder im Internet (Seite des Hotels aufrufen oder auf Hotelbewertungsportalen recherchieren).

Ein beliebter Trick: Ein günstiges Quartier wird im Reisebüro oder im Internet gebucht. Der Hotelier verlangt beim Einchecken dann mehr Geld und behauptet, der Preis sei ein Fehler (z.B. auf dem Online-Portal). Dagegen ist man aber nicht wehrlos: Pauschalreisende kontaktieren den Anbieter. Kommt man um den Aufpreis nicht herum, lässt man sich eine Quittung geben, fordert den Betrag später zurück. Wer bei eigener Anreise ein Quartier bucht, sollte vorab beim Veranstalter und im Hotel anrufen. Fragen, ob der Preis noch stimmt und das Zimmer verfügbar ist.


Zahlen sich Rabatt-Gutscheine aus?

Hier ist Vorsicht geboten. Der Trick: Rabatt-Gutscheine (z.B. "Hotelzimmer 20 Prozent günstiger", "Flug zum halben Preis") bieten viele Veranstalter auf Internet-Portalen an. Oft gelten sie nur in der Nebensaison oder der reguläre Preis wurde extra hochgesetzt. Schummeleien erkennt man beim Vergleich mit der Seite des Hotels bzw. der Airline. Liegen deren Beträge unterm rabattierten Preis, ist der kein Schnäppchen.


Was ist mit Gewinnen aus Reiseverlosungen?

Benachrichtigungen wie "Sie haben eine Reise gewonnen, nur Ihr Mitfahrer zahlt", werden oft teuer. Denn die Begleitperson zahlt hierbei meist mehr als den üblichen Preis. Aus juristischer Sicht ist diese Masche erlaubt, selbst wenn ein "Service-Entgelt" verlangt wird. Wichtig! Auch bei einer gewonnenen Tour gilt das Pauschalreise-Recht. Der Urlaubspartner sollte nur zahlen, wenn er den Sicherungsschein hat.

Wie man sich schützt: Listen Sie auf, welche Extras wie teuer werden. Den Preis, den der Mitfahrer zahlen soll, hinzurechnen, die Summe durch zwei teilen. Nun weiß man, wie viel die Fahrt pro Person kosten würde. Gibt es diesen Urlaub anderswo günstiger? Dann besser dort buchen.


Bringt ein günstiger Preis zwangsläufig schlechten Service mit sich?

Das darf nicht sein, sonst liegt ein Mangel vor. Zahlt man für eine Pauschalreise etwa 20 Prozent weniger, weil man sie vier Monate im Voraus bucht, hat man dennoch Anspruch auf alle Leistungen, die man vereinbart.

Beispiele: Es darf kein Ticket von einer Billig-Airline ausgestellt werden, wenn bei der Buchung ein Flug, z.B. mit Lufthansa, angeboten wurde. Sind Ausflüge inklusive, braucht man für die später auch nicht extra zu bezahlen.

Bei Floskeln wie "oder gleichwertig" nachhaken: Wie sieht das Hotel wirklich aus, wo liegt es und wie ist die Ausstattung? Achtung! Erhöht sich vor der Abreise die Flughafen-Gebühr, darf der Veranstalter eine Nachforderung erheben.


Wie vermeidet man Buchungsfehler?

Bei Internet-Portalen das Angebot und alle Buchungs-Schritte speichern bzw. die Seiten ausdrucken. Denn das Angebot ist Teil des Vertrags. Die aufgeführten Leistungen müssen erfüllt werden, sonst hat man ein Recht auf Preisnachlass.


Wann springt die Reise-Rücktrittsversicherung ein?

Meist sind die Policen auf einen Krankheits- oder Todesfall in der Familie beschränkt. Bekommt man hingegen nicht das gebuchte Zimmer mit Meeresblick, sondern einen Raum zur Straße hin, hilft die Versicherung nicht weiter. Dann reklamiert man vor Ort bzw. wendet sich an die Reiseleitung, verlangt Abhilfe. Funktioniert das nicht, verlangt man anteilig Geld vom Veranstalter zurück.

 


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