Auch Rentner müssen Steuern zahlen

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Vielen Ruheständlern ist immer noch nicht bewusst, dass auch auf die Rente Steuern anfallen können und sie eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen müssen. Wir erklären, worauf man dabei achten muss.

Zur Abgabe einer Steuererklärung ist grundsätzlich jeder verpflichtet, der steuerpflichtige Einnahmen über dem sogenannten Grundfreibetrag erzielt. Eine verbindliche Auskunft, ob die Abgabe einer Steuererklärung tatsächlich erforderlich ist, erhält man bei seinem zuständigen Finanzamt.


Welche steuerrechtlichen Regelungen gelten für Rentner mit einem Minijob?

Die Verdienstobergrenze für Minijobber liegt derzeit bei 450 Euro pro Monat. Die ist für Frührentner zu beachten. Man darf diesen Betrag sogar zweimal im Jahr um jeweils bis zu 450 € überschreiten, ohne dass eine Rentenkürzung erfolgt.

Wer Altersrente bezieht, kann unbegrenzt hinzuverdienen. Das wirkt sich zwar steuerlich aus, die Rente bleibt aber gleich.


Werden alle Rentner gleich besteuert?

Nein. Der zu besteuernde Anteil der Rente ist abhängig von dem Jahr, in dem man in den Ruhestand ging. Wer etwa im Jahr 2005 aus dem Berufsleben ausschied, bei dem darf das Finanzamt auf 50 Prozent der Bezüge Steuern erheben. Dieser Anteil steigt pro Jahrgang um zwei Prozent. Das bedeutet, wer im vergangenen Jahr in den Ruhestand trat, muss bereits 64 Prozent versteuern. Beim Rentner-Jahrgang 2013 greift der Fiskus auf 66 Prozent der Bezüge zu. Der jeweilige Prozentsatz bleibt dann während der gesamten Bezugsdauer gleich.


Darf man seine Steuer-Erklärung nur noch per Steuersoftware am Computer erstellen?

Nein, das ist nicht nötig. Bei den Finanzämtern liegen weiterhin die Vordrucke aus. Zudem sind die Mitarbeiter verpflichtet, die jeweils günstigste Besteuerungs-Variante zu wählen und den Steuerpflichtigen bei Fragen zu helfen. Spar-Tricks brauchen sie jedoch nicht mitzuteilen.


Welche Freibeträge stehen Rentnern zu?

Zunächst erhalten Ruheständler den Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro.

Wichtig! Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung unbedingt angeben. Die gehören nämlich zur Brutto-Rente, wurden aber vor der Auszahlung der Rente abgezogen. Aufwendungen für Medikamente, Hilfsmittel, Arzt- und Behandlungskosten sowie Zuzahlungen (etwa für Massagen) zählen zu außergewöhnlichen Belastungen.


Wann muss man als Rentner keine Steuer-Erklärung abgeben?

Für jedes Renteneintritts-Jahr wurde ein Freibetrag festgelegt. Wer den nicht überschreitet, braucht keine Steuererklärung einzureichen. Die Summe lag für Alleinstehende, die im Jahr 2005 in den Ruhestand gingen, bei 19.152 Euro (Ehepaare: 38.304 Euro). Diese Freigrenze wurde seitdem stetig herabgesetzt. Die Folge: Wer im Jahr 2012 erstmals Rente bezog, bleibt nur mit Einkünften unter 15.120 Euro (Ehepaare: 30.240 Euro) steuerfrei.

Aufpassen! Ist die Jahresbruttorente höher, der Ehepartner noch berufstätig oder liegen andere Einkünfte (z.B. Zinsen, Miet-Einnahmen, Nebenjob) vor, muss grundsätzlich eine Steuererklärung eingereicht werden.


Wann haben Rentner Anspruch auf staatliche Zuschüsse?

Die Rente zur Grundsicherung erhalten Menschen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben. Der tatsächliche Bezug einer Altersrente oder Erwerbsminderungs-Rente ist nicht notwendig. Seit dem 1. Januar 2012 beträgt der monatliche Regelsatz 374 Euro für Alleinstehende und für Haushaltsangehörige jeweils 257 Euro.

        
Darf man als Rentner sich etwas hinzuverdienen?

Selbstverständlich ist es erlaubt, neben der Rente noch Geld hinzuzuverdienen. Wer vorzeitig in Rente geht, muss wenn er nebenbei noch etwas Geld Hinzuverdienen will, die Hinzuverdienstgrenze beachten, damit seine gesetzliche Rente nicht gekürzt wird. Für alle Rentner die 65. Jahre oder älter sind gibt es keine Höchstgrenze.

Für "junge" Rentner gilt seit 2008 eine monatliche Hinzuverdienstgrenze von mittlerweile 450 Euro brutto, also der klassische Minijob. Dieser hinzuverdiente Betrag auf keinen Fall negative Auswirkungen auf die Rente. Die Höchstgrenze gilt auch bei der so genannten Erwerbsminderungsrente.

Wenn die Höchstverdienstgrenze überschritten wird, kann die Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Altersrente nur noch als Teilrente gezahlt werden. Bei Hinterbliebenenrenten, zum Beispiel einer Witwen- oder Erziehungsrente werden 40 Prozent des den Freibetrag überschreitenden Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommens angerechnet.

Die Höchstgrenze darf in der Regel zweimal pro Jahr um einen Betrag bis zur Höhe Hinzuverdienstgrenze überschritten werden. Davon profitiert man, wenn beispielsweise Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld ausgezahlt werden.


Was müssen Rentner bei Heimarbeit beachten?

Heimarbeiter unterliegen der gesetzlichen Sozialversicherung. Auch hier gilt die 450 Euro Grenze. Fallen Sie keinesfalls auf unseriöse Angebote herein. Oft wird von Betrügern für weitere Informationen oder für Arbeitsmaterial Vorauskasse verlangt. Doch nach der Bezahlung hört man plötzlich nichts mehr. Das Geld ist weg und die Firma längst aufgelöst. Ein Fall für den Staatsanwalt. Beispielsweise sei ausdrücklich davor gewarnt Kugelschreiber in Heimarbeit zu montieren. Kugelschreiber werden mittlerweile maschinell gefertigt. Etwa 4.000 Stück in der Minute. Für Heimarbeit besteht hier in der Regel gar kein Bedarf.


Wie hoch darf die Vergütung für eine ehrenamtliche Tätigkeit sein, ohne dass es zu Konsequenzen bei der Rente bzw. Steuer kommt?

Schon seit 2007 gibt es einen allgemeinen Freibetrag von 500 Euro pro Jahr bei gemeinnützigen Tätigkeiten. Dies bedeutet, dass man Vergütungen erst dann versteuern muss, wenn sie 500 Euro jährlich übersteigen.

     


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