Reiseveranstalter dürfen nur tatsächliche Mehrkosten für Namensänderung verlangen

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News Standard620

Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher nach einer Reisebuchung den Namen eines Reisenden ändern lassen, darf der Veranstalter keine Zusatzkosten in Höhe des vollen Reisepreises oder mehr berechnen. Das hat das Landgericht München nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die FTI Touristik GmbH entschieden.

Für eine Namensänderung verlangen Reiseveranstalter oft horrende Summen - egal, ob nur eine fehlerhafte Schreibweise korrigiert werden soll oder die Kunden einen Ersatzreisenden nennen, weil er selbst die Reise nicht antreten kann. In der Buchungsbestätigung der FTI Touristik hieß es: "Achtung: Bei Namensänderung können Mehrkosten von bis zu 100 % des Reispreises oder mehr anfallen." Nach dem Gesetz dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher bei Pauschalreisen noch bis zum Reisebeginn eine Ersatzperson bestimmen. "Durch solche Klauseln mit völlig überzogenen Kosten werden die Rechte der Kundinnen und Kunden jedoch ausgehöhlt", kritisiert Kerstin Hoppe, Rechtsreferentin beim vzbv.

So sahen es auch die Richter am Münchner Landgericht. Sie stellten klar, dass Reiseveranstalter nur die tatsächlich entstehenden Mehrkosten verlangen dürfen. Die Klausel erwecke dagegen den Eindruck, das Unternehmen könne für eine Namensänderung einen beliebigen Preis festlegen - und sogar für die Korrektur eines Erfassungsfehlers kassieren. Die angekündigten Mehrkosten könnten Kundinnen und Kunden derart abschrecken, dass sie die Reise gar nicht erst antreten, statt beispielsweise den nach einer Heirat geänderten Namen umschreiben zu lassen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

LG München, Urteil vom 26.09.2013, Aktenzeichen 12 O 5413/13

QUELLE: lifePR / Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. - vzbv

 


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