Verbraucherschützer warnen vor Abzocke auf Tuning-Messen

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News Standard620

Auf so genannten Tuning-Messen wird den aus ganz Europa angereisten Motorfans alles angepriesen, was Autos und Motorräder noch schneller, schöner und lauter macht. Leicht bekleidete Hostessen locken an Infostände und versprechen zweiwöchige Mitgliedschaften im Tuning-Club oder die Teilnahme an einem Gewinnspiel; angeblich alles gratis. Doch mit der Unterschrift auf dem vorgelegten Formular beginnt der Ärger: Was als kostenlos angepriesen worden war, entpuppt sich als mehrere hundert Euro teurer Clubvertrag mit zweijähriger Laufzeit.

Verträge nur schwer anfechtbar
So etwas geschieht nicht nur auf Messen in Deutschland, sondern grenznah auch in Österreich, Luxemburg, Schweiz und sogar Italien. Die Masche ist stets dieselbe: Messebesuchern wird mündlich versichert, dass sie keinerlei Verpflichtungen eingehen, weil die Testmitgliedschaften nach Ablauf von zwei Wochen automatisch enden würden. Und selbst nach ungläubigem Nachfragen wird das ausdrücklich bestätigt. Doch offensichtlich achten die Besucher nicht auf das Kleingedruckte, das sie unterschreiben. Die Quittung dafür gibt es Monate später in Gestalt der hohen Rechnung. „Aufgrund der anders lautenden mündlichen Zusagen der Hostessen muss von arglistiger Verbrauchertäuschung gesprochen werden. Dann ist rechtlich ein Vertrag anfechtbar. Der Haken dabei: Der Verbraucher müsste das im Streitfall vor Gericht beweisen können. Wenn man aber in Begleitung anderer war, die das Gespräch mitgehört haben, hat man durchaus gute Karten“, erklärt Bernd Krieger, Leiter des EVZ Deutschland.

Ratschläge für Messebesucher
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Verbraucher auf Messebesuchen nichts überstürzen und spätestens dann ganz genau lesen, wenn von ihnen eine Unterschrift verlangt wird. Preishinweise werden häufig versteckt und sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Wer dennoch in die Falle getappt ist, sollte sich fachkundigen Rat einholen. Zu bedenken ist auch: Anders als bei Haustürgeschäften oder Bestellungen über das Internet, können Verträge, die auf Messen geschlossen werden, nicht innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen rückgängig gemacht werden. Es sei denn, das Recht zum Widerruf wird ausdrücklich eingeräumt.

QUELLE: Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V.

 


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