Leipziger Gericht verbietet Praxis von Großhandelsplattformen

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Die Verbraucherzentrale Sachsen weist darauf hin, dass Großhandelsplattformen Verbrauchern im Internet keine Waren anbieten dürfen, ohne den seit 2012 für Online-Verträge gesetzlich vorgeschriebenen Kaufen-Button zu verwenden.

Das neue Apple iPhone 5 für 230 Euro? Ein adidas-Sweatshirt ab 1,99 Euro? So präsentieren sich Online-Einkaufsplattformen wie zum Beispiel www.melango.de, www.gewerblicheinkaufen.de oder www.onlinebusinessportal.de, Die Seiten, die von der JW Handelssysteme GmbH aus Chemnitz betrieben werden, richten sich zwar, wie man im Kleingedruckten erfährt, nur an Gewerbetreibende, ziehen jedoch durch die weit unterdurchschnittlichen Preise die Blicke vieler kaufwilliger Endverbraucherinnen und -verbraucher auf sich. Die Preise sind so verlockend, dass Zweifel, ob das alles mit rechten Dingen zugehen kann, verdrängt werden. Zusätzlich zu den eigenen Daten tragen manche Verbraucherinnen und Verbraucher in das Anmeldeformular eine Firma ein, die es gar nicht gibt oder die ihnen nicht gehört, um an das Schnäppchen zu gelangen. Statt der günstigen Ware folgt auf die Bestellung die Rechnung über eine Jahresmitgliedschaft. Nicht zuletzt eingeschüchtert durch die kleine Lüge beim Ausfüllen des Anmeldeformulars, zahlen viele Verbraucher.

Einhalt bot nun das Landgericht Leipzig. Mit rechtskräftigem Urteil vom 26.07.2013 hat es der JW Handelssysteme GmbH untersagt, Verbraucherinnen und Verbrauchern im Internet Waren anzubieten, ohne den seit 2012 für Online-Verträge gesetzlich vorgeschriebenen Kaufen-Button zu verwenden (Aktenzeichen 08 O 3495/12).

Den Einwand, die Seiten richten sich gar nicht an Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern an Gewerbetreibende, ließ das Gericht nicht gelten. Auf der Seite www.melango.de seien Verbraucher nicht ausdrücklich ausgeschlossen und die Bestellung sei auch ohne Angabe eines Firmennamens möglich. Der Hinweis auf einen lediglich gewerblichen Zugang zum Online-Portal sei auf Grund seiner Gestaltung leicht zu übersehen.

"Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei unrealistisch niedrigen Preisen immer zweifeln und lieber erst im Internet nach Erfahrungen anderer Nutzer mit der Seite suchen", empfiehlt Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen. Wer dies beherzigt, wird zum Beispiel auch rechtzeitig vor dem entsprechenden Bestellklick auf der Seite www.YaTaDa.de gewarnt, die aktuell mit vergleichbarer Masche Online-Schnäppchenjäger anzieht. Dass man mit dem Kauf bestätigt, Gewerbetreibender zu sein, steht hier kleingedruckt am Rand des Anmeldeformulars ebenso wie der Hinweis auf die Kostenpflichtigkeit der Anmeldung. "Auch diese Präsentation widerspricht den verbraucherschützenden Regeln und den Maßgaben des Leipziger Urteils", schätzt Henschler ein. Klüger beraten ist jedoch, wer von vornherein die Finger von solchen Seiten lässt.

QUELLE: lifePR / Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

 


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