Anzahlungspraxis bei Flugbuchung gerichtlich gestoppt

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Flugzeug620

Mehrere Gerichte haben jetzt den überhöhten Anzahlungsforderungen von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern gestoppt. Nach Klagen der Verbraucherzentrale NRW erklärten das Landgericht Frankfurt a. M. und das Landgericht Hannover Klauseln von Condor und TUIfly für unwirksam, wonach der volle Flugpreis bereits bei der Buchung zu zahlen ist. Die Kunden würden hierbei in vollem Umfang das Insolvenzrisiko der Airline übernehmen.

Auch die Reiseveranstalter Thomas Cook und Bucher-Reisen, die bei Pauschalreisen hohe Anzahlungen verlangen, erhielten vom Oberlandesgericht Frankfurt a. M. bzw. Landgericht Düsseldorf die rote Karte: Die Folderung nach 25% bzw. 30% des Reisepreises bereits bei der Buchung, seien unzulässig. Und auch die Fälligkeit des Restreisepreises schon 40 Tage vor Antritt der Reise benachteilige Pauschalurlauber ist unangemessen.

Wegen überhöhter Anzahlungsforderungen hatte die Verbraucherzentrale NRW im Sommer 2013 gegen fünf Fluggesellschaften (gegen TUIfly beim Landgericht Hannover, gegen Condor beim Landgericht Frankfurt a. M. sowie gegen Germania und Air Berlin jeweils beim Landgericht Berlin und gegen die Deutsche Lufthansa beim Landgericht Köln) Klage erhoben. Dass sie sofort bei der Buchung – und damit oft monatelang im Voraus – die Bezahlung des vollen Flugpreises verlangen, sehen die Verbraucherschützer als klaren Verstoß gegen das Prinzip „Ware gegen Geld". „Der Fluggast trägt zum einen das Risiko, sein Geld im Fall einer Pleite der Fluggesellschaft nicht zurückzubekommen. Außerdem verliert er das Druckmittel, Geld zurückbehalten zu können, wenn die Airline die vertraglich vereinbarte Leistung, wie Flugzeit, Start- oder Zielflughäfen ändern will", erläutert NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller den gerichtlichen Vorstoß für mehr Verbraucherrechte.

Die Verbraucherzentrale NRW fordert für Flugbuchungen Vorauszahlungsgrenzen: Der Flugpreis sollte frühestens 30 Tage vor Abreise fällig werden. Eine Anzahlungspflicht ist allenfalls dann akzeptabel, wenn auch Fluggesellschaften eine Insolvenzabsicherung vorweisen können, wie sie für Reiseveranstalter bereits vorgeschrieben ist. Deshalb legt sie auch gegen ein Urteil des Landgerichts Köln Berufung ein: In dem Verfahren der Verbraucherzentrale gegen die Vorauskassepraxis der Lufthansa hatten die Richter entschieden, dass das Ausstellen des Flugtickets den Anspruch gegen das Luftfahrtunternehmen verbriefe – und somit die Vorleistung des Fluggastes gerechtfertigt sei.

QUELLE: Verbraucherzentrale NRW

 


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