Immer wieder Ärger um Zusatzkosten bei Billigfliegern

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Flugzeug620

Billigflieger werben mit unschlagbaren Schnäppchenpreisen. Richtig teuer kommen jedoch dann meist Extras wie Gepäck oder Platzreservierung. Diese können den Ticketpreis um das Zehnfache erhöhen. Die Verbraucherzentrale NRW hat die Preislisten der drei großen Airlines Ryanair, easyJet und airberlin unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus: Mit dem Kosten-in-die-Höhe-treiben kennen sich alle bestens aus.

Ein Flug von Berlin nach Stockholm für 14,99 Euro - solche Knaller-Angebote befeuern das Geschäftsmodell der Billigflieger. Doch was in der Werbung erst mal günstig abhebt, kann am Ende viel teurer landen. Denn so einfach sind die Schnäppchen-Verbindungen nicht zu buchen. Vor dem Drücken des Kaufen-Buttons locken die Firmen mit diversen Extras, die oft teurer sind als der Flugpreis. Bei manchen Posten zweifeln Konsumentenschützer, ob sie rechtlich so einfach zusätzlich abzukassieren sind.

Ryanair beispielsweise startete seinen Posten-Marathon bei der Kreditkarte. Wer damit zahlte, war mit rund 30 Cent dabei. Für jedes Gepäckstück bis 15 Kilo kassierte Ryanair 15 Euro, für 20-Kilo-Koffer waren es 25 Euro. Damit nicht genug. Eine Flugbestätigung per SMS gab´s für 1,69 Euro, einen Parkplatz für 39 Euro am Tag, den Shuttle aus der Innenstadt für 22 Euro, obendrein konnten der Mietwagen sowie weitere Aufpreise für Sportgeräte oder Instrumente gebucht werden.

Ähnlich bis ins Kleinste ausgefeilt agierten die beiden Konkurrenten der in Irland beheimateten Linie. Interessantes ans Licht brachte auch der direkte Vergleich des Trios bei ähnlichen Positionen. Dazu gehört etwa die Sitzreservierung. easyJet schaffte es, die zu staffeln: vom einfachen Platz für 2,99 Euro über den Sitz "ganz vorne" für 7,49 Euro bis hin zu dem mit "extra viel" Beinfreiheit für 10,99 Euro.

Konkurrent Ryanair beließ es dagegen bei einer Kategorie. Dafür kostete die gleich mal 10 Euro. Noch dreister kalkulierte airberlin. Hier schlug der Platz mit 11,99 Euro zu Buche, der Sessel "XXL" sogar mit satten 20 Euro.

Enorme Unterschiede gab´s auch bei der Reise-Versicherung. Abzuschließen war sie - mit unterschiedlichem Leistungsumfang - mal für 2,90 Euro, mal für 10,50 Euro oder auch für 15,50 Euro.

Insgesamt fanden die Verbraucherschützer bei den drei Unternehmen - abhängig vom Flugziel - im Schnitt rund acht Posten. Wer einen buchte, bekam teilweise weitere kostenpflichtige Optionen präsentiert wie etwa eine noch umfassendere und natürlich teurere Reise-Versicherung. Mittlerweile bieten airberlin und easyJet Servicepakete an, in denen gleich mehrere Extras zusammengefasst sind. Bei airberlin heißt dieses Angebot FlyFlex. Darin enthalten sind unter anderem zwei Handgepäckstücke, zwei Koffer, Sitzplatzreservierung, Sonderkonditionen beim Einchecken, 150 Prozent der Bonusmeilen und die Möglichkeit umzubuchen.

Doch Vorsicht: Preisbewusste Reisende, die das Paket anklicken, kann danach durchaus Buchangst erfassen. Sie durften beispielsweise staunen, wie ein Flugpreis von 48,71 Euro so richtig abhob: auf steile 448,71 Euro. Das war fast zehnmal so viel wie der Schnäppchenpreis.

Nicht ganz so hoch katapultierte das Servicepaket von easyJet die Flugkosten. Statt 28,49 Euro wurden nun stolze 87,40 Euro abkassiert - immerhin fast dreimal so viel. Ärgerlich: Wer Extras bei der Online-Buchung widersteht, ist noch nicht aus dem Euro-Schneider. Viele kommen beim Online-Check-In wieder.

QUELLE: Verbraucherzentrale NRW

 


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