Gastgeberin von Verkaufsparty kann sich als Widerrufsfalle entpuppen

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Ticker - Recht aktuell

Verkaufspartys, bei denen die Gastgeberin ihre Freunde und Bekannten bei einem Glas Sekt oder Wein zur Warenpräsentation durch Firmen-Berater bittet, sind ein Milliardenmarkt. Was viele aber nicht wissen: Wer seine Bestellung über die Einladerin abwickelt, kann sein Recht auf Widerruf verwirken.

Aktueller Warnung
Verbraucherzentralen warnen momentan vor Veranstaltungen der Firman X-Sin. Die Verkaufsparty "im eigenen Zuhause", bei der man Dessous und Dildos gemeinsam "mit allen Sinnen fühlen, riechen und schmecken" konnte, endet meist überraschend prüde. Nach der Präsentation empfängt die Beraterin jeden Gast separat in Schlafzimmer oder Küche, um dort Bestellungen aufzunehmen. Doch anstatt die gesammelte Erotik-Order einfach auszuführen, übergibt die Firmen-Beraterin ihre Liste der Gastgeberin. Die war nun verantwortlich fürs Bestellen, Geldeinsammeln und selbst fürs Verteilen der Artikel. Das umständliche Bestellprozedere dient oft nur dazu, das nicht vorhandene Widerrufsrecht zu verschleiern.

Die Gesetzeslage ist klar: Wen die Unterschrift auf einem Bestellzettel reut, der kann den Kaufvertrag in vielen Fällen innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Ein Widerruf ist jedoch nicht möglich, wenn Pfanne oder Puder nicht mehr als 40 Euro kosten sowie auf der Party sofort bezahlt und ausgehändigt werden.

Firmen wie X-Sin verweigern den Wunsch nach Rückgabe meist lapidar mit dem Verweis, dass nicht die Kundin, sondern die Gastgeberin bestellt hätte und damit Vertragspartnerin sei. Keinen Zweck hat es in diesem Fall, die befreundete Einladerin um Hilfe zu bitten. Da ist das Gesetz eindeutig: Gastgeber, die selbst etwas kaufen, können eine Bestellung nicht widerrufen. Denn sie haben den Verkäufer einer Firma in Eigeninitiative eingeladen und werden aus rechtlicher Sicht auf einer Verkaufsparty nicht plötzlich überrumpelt.

Kulant zeigen sich die Mitglieder des Bundesverbands Direktvertrieb. Die nämlich gestatten "auf freiwilliger Basis" auch in diesen Fällen die Rückgabe. Zum Verband gehören bekannte Partymacher wie Avon und Tupperware.

Tröstlich immerhin: Ab Juni 2014 ist es mit dieser Abwimmelungs-Masche vorbei. Eine Gesetzesänderung nämlich spricht dann allen Partygästen samt Gastgeberin das Recht zu, ihre Käufe zu widerrufen.

QUELLE: Verbraucherzentrale NRW

 


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