Schon online eingecheckt und dann erkrankt: Reiserücktrittsversicherung muss einspringen

Schon online eingecheckt und dann erkrankt: Reiserücktrittsversicherung muss einspringen - 5.0 out of 5 based on 1 vote
Drucken und PDF
1 1 1 1 1 Bewertung 5.00 (1 Stimme)
Ticker - Recht aktuell

Reiserücktrittsversicherungen müssen Versicherten die Ausfallkosten erstatten, wenn sie bereits den Online Check-in für den Flug absolviert haben, dann aber wegen schwerer Erkrankung die Reise nicht antreten können. Das hat das Amtsgericht München entschieden.

Der ungewöhnliche Fall: Ein Mann hatte eine Flugreise von Frankfurt nach Santo Domingo gebucht und vorsorglich eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Am Tag des Abflugs nutzte er den Online Check-in, erkrankte kurz danach aber schwer. Er stornierte den Flug deswegen und erwartete, dass die Reiserücktrittsversicherung ihm die Kosten erstattet. Diese verweigerte die Übernahme der Kosten jedoch, da der Versicherungsschutz ende, sobald der Versicherte die Reise antritt. Der Online Check-in zähle nach Ansicht der Versicherung schon als Reiseantritt.

Der Fall kam vor Gericht. Dort gab der Richter dem reisenden Kläger recht. Wer online eincheckt, erklärt zunächst, dass er beabsichtige, die Reise auch wirklich anzutreten. Damit die Reise aber wirklich als angetreten angesehen werden kann, müssen Reisende laut Gericht erst eine sogenannte faktische Leistung in Anspruch nehmen. Das Gericht ergänzte, dass auch das Passieren des Flugsteigs bereits als Reiseantritt zählen würde. Ob die Vorlage der Bordkarte bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen bereits als faktische Leistung zählt, hat der Richter aber nicht geklärt.

Amtsgericht München, Urteil vom 30.10.2013, Aktenzeichen 171 C 18960/13

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


Kostenlos für Sie: Der advofinder Newsletter




Jetzt abonnieren und immer auf dem Laufenden bleiben.



Ich bin:

Ungültige Eingabe


Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein



advofinder.de bei: