Keine fristlose Kündigung wegen "Kollegenschwein"-Beleidigung

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Wer den Vorgesetzten im Gespräch mit dem Firmenchef als "Kollegenschwein" bezeichnet, dem kann nicht immer sofort gekündigt werden. Auch wenn eine Beleidigung des Arbeitgebers oder einer seiner Repräsentanten grundsätzlich zur fristlosen Kündigung führen kann. Das betonte das Landesarbeitsgericht Köln und hielt lediglich eine Abmahnung für angemessen.

Der verhandelte Fall: Ein technischer Angestellter sprach mit dem Vorstand des Unternehmens, um in eine andere Abteilung versetzt zu werden. Er akzeptierte seinen Teamleiter nicht, der ein "Kollegenschwein" sei. Der Chef aber setzte ihn nicht woanders ein, sondern vor die Tür: Denn auch wenn der Arbeitnehmer dies in einem vertraulichen Gespräch unter vier Augen äußerte, müsse der Chef die Beleidigung einer seiner Mitarbeiter nicht dulden und kündigte dem Angestellten daher fristlos. Dieser aber ließ sich dies wiederum nicht gefallen und erhob dagegen Kündigungsschutzklage.

Das Landesarbeitsgericht Köln gab dem Gekündigten recht: Zwar stelle eine Beleidigung des Arbeitgebers, seiner Vertreter und Repräsentanten oder von Arbeitskollegen einen Pflichtverstoß dar, der an sich eine außerordentliche, fristlose Kündigung rechtfertigen kann.

Jedoch seien stets die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. In diesem Fall handelte es sich um einen einmaligen Vorfall, der sich zudem in Abwesenheit des gemeinten Teamleiters ereignete. Die Richter erklärten, dem Angestelltem hätte nur dann fristlos gekündigt werden dürfen, wenn es ihm hätte klar sein müssen, dass sein falsches Verhalten Konsequenzen nach sich ziehen würde.

LAG Köln, Urteil vom 07.05.2014, Aktenzeichen 11 Sa 905/13

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline


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