Ablehnung konfessionsloser Bewerber ist keine Diskriminierung

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Ein Werk der evangelischen Kirche hat das Recht, bei Stellenausschreibungen konfessionslose Bewerber nicht zu berücksichtigen. So urteilte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg und kassierte das Urteil der Vorinstanz, die einer Bewerberin noch eine Entschädigung zusprach.

Der verhandelte Fall: Ein evangelisches Werk hatte eine Stelle eines Referenten ausgeschrieben. Dieser sollte einen unabhängigen Bericht zur Umsetzung der Antirassismuskonvention erstellen. Der kirchliche Arbeitgeber forderte von den Bewerbern die Mitgliedschaft in einer evangelischen Kirche und die Konfession im Lebenslauf auch anzugeben. Eine studierte Sozialpädagogin bewarb sich auf die Referentenstelle, jedoch ohne einen Hinweis auf eine Konfession. Sie wurde daher auch nicht zum Bewerbungsgespräch geladen. Die Bewerberin fühlte sich dadurch verbotenerweise ungleich behandelt und klagte daher auf eine Entschädigung nach dem Antidiskriminierungsgesetz. Das Arbeitsgericht Berlin hat ihr diese in Höhe von 1.900 Euro zugesprochen.

Der kirchliche Arbeitgeber aber ging in Berufung, die vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg Erfolg hatte.

Religionsgemeinschaften haben das Recht, von ihren Angestellten ein Glaubensbekenntnis zu fordern - auch wenn ihre Tätigkeit keinen direkten religiösen Bezug hat.

Das grundrechtliche Selbstbestimmungsrecht der Kirchen und unterscheidet die kirchlichen Arbeitgeber von anderen öffentlichen und privaten Organisationen, daher greift das gesetzliche Diskriminierungsverbot nicht.

LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28.05.2014, Aktenzeichen 4 Sa 157/14

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


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