Verjährungsfalle für ungerechtfertigte Kreditbearbeitungsentgelte droht

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Bis zu zehn Jahre rückwirkend können Bankkunden ungerechtfertigt erhobene Bearbeitungsentgelte bei Krediten zurückfordern. So hat der Bundesgerichtshof am 28. Oktober 2014 verbraucherfreundlich entschieden.

Mit gleicher Entschiedenheit weist eine Reihe von Kreditinstituten jetzt die Rückforderungsschreiben von zehntausenden Verbrauchern zurück – und weigert sich, die unzulässig kassierten Beträge zu erstatten. Weil alle zwischen 1. Januar 2005 und 31. Dezember 2011 gezahlten Bearbeitungsentgelte zum 31. Dezember 2014 verjähren, müssen sich abgewimmelte Kunden nun sputen: Nur wer bis zum Jahresende aktiv wird, kann die Verjährungsfalle aushebeln.

Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass ein Schreiben an die Bank oder Sparkasse dazu nicht genügt. Die Verjährung bei abgelehnten Forderungen kann aber z. B. durch eine Klage, einen Mahnbescheid oder unter Umständen durch Einschaltung eines Ombudsmannes gehemmt werden.

Unter www.vz-nrw.de/kreditbearbeitungsgebuehren bietet die Verbraucherzentrale NRW eine Plattform, um Ablehnungsschreiben hochzuladen oder die Begründungen für die ablehnende Haltung der Kreditinstitute einzutragen. Die Verbraucherschützer prüfen die Argumentationen und helfen abgebügelten Bankkunden gegebenenfalls mit weiteren Musterbriefen. 

Wichtig: Das BGH-Urteil gilt für jede Art von Kreditvertrag, den Verbraucher abgeschlossen haben – unabhängig davon, ob damit Möbel, Autos oder Immobilien finanziert worden sind. Im Unterschied zu Bearbeitungsentgelten für Verbraucherdarlehen hat der BGH die von Bausparkassen verlangte Abschlussgebühr für zulässig erklärt.

QUELLE: Verbraucherzentrale NRW

 


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