Abbiegender Autofahrer trägt volle Schuld bei Unfall mit auf falscher Radwegseite fahrendem Radfahrer

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Ticker - Recht aktuell

Einem Radfahrer kann nicht zur Last gelegt werden, verbotenerweise den linken Radweg gefahren zu sein, wenn ihn ein rechtsabbiegendes Auto rammt. Das hat das Oberlandesgericht Saarbrücken entschieden und den Erben des dadurch verstorbenen Radfahrers den vollen Schadenersatz zugesprochen.

Der verhandelte Fall: Ein Rennradfahrer war auf dem linken Radweg einer Straße unterwegs. Beim Rechtsabbiegen kreuzte ein Auto den Radweg ungebremst, da die Fahrerin meinte, Vorfahrt zu haben. Dasselbe dachte der Rennradler und vertraute darauf, dass der abbiegende Pkw vor dem Radweg anhält. Daher kam es zur unvermeidlichen Kollision der beiden mit fatalen Folgen: Der Radfahrer verstarb noch am Unfallort.

Die Erben wollten alle aus dem Unfall resultierenden Schäden von der Autofahrerin ersetzt haben. Die Summe aus über 50.000 Euro berechneten sie aus Sachschäden, Beerdigungskosten sowie entgangenen Unterhalts- und Haushaltsführungsschäden. Die Erben warfen ihr vor, unbeirrt abgebogen zu sein, obwohl der Radfahrer schon von Weitem zu sehen gewesen sein muss. Trotz der falschen Radwegseite hätte der Radfahrer Vorfahrt gehabt. Die Autofahrerin bestritt genau das und meinte, dass der Radfahrer die Hälfte der Schuld schon allein deswegen tragen müsse, weil er verbotenerweise auf dem linken Radweg fuhr. Er hätte daher nicht darauf vertrauen dürfen, dass er dort Vorfahrt genoss.

Das sahen die Richter anders und gaben den klagenden Erben recht. Da die Autofahrerin beim Abbiegen die Fahrbahn des Radfahrers kreuzte, habe sie auch dann Rücksicht zu nehmen, wenn dieser in falscher Richtung unterwegs ist. Die Regelung über die Benutzung linker Radwege würde lediglich den Gegenverkehr schützen und nicht den Einbiege- und Querverkehr. Das abbiegende Auto hatte daher keine Vorfahrt, deswegen ist die Fahrerin nach Ansicht des Gerichts vollumfänglich schuld am Unfall.

OLG Saarbrücken, Urteil vom 17.04.2014, Aktenzeichen 4 U 406/12

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


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