Fristlose Kündigung bei bewusster Bereicherung an defektem Getränkeautomaten

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Ticker - Recht aktuell

Verschafft sich ein Arbeitnehmer einen finanziellen Vorteil auf Grund eines technischen Fehlers in seinem Betrieb, ist eine fristlose Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung angebracht. So urteilte das Landesarbeitsgericht Sachsen.

Der verhandelte Fall: Ein angestellter Karosseriebauer hatte sich durch einen defekten Getränkeautomaten an seinem Arbeitsplatz einen finanziellen Vorteil erschlichen. Bei der Wahl eines bestimmten Getränks entlud sich das Guthaben auf der persönlichen Checkkarte nicht um den Preis der Ware, sondern erhöhte sich um diesen. Der Mann tat dies bewusst und wiederholt. Die Geschäftsleitung unterstellte ihm daraufhin Absicht und veranlasste ein Gespräch. In diesem entschuldigte sich der Angestellte für sein Fehlverhalten und sagte, er hätte dem Betrieb auf keinen Fall schaden wollen. Doch das konnte die Verantwortlichen schließlich nicht besänftigen. So erhielt der Mann, ohne vorherige Abmahnung, die fristlose Kündigung.

Und das zu Recht, wie das Landesarbeitsgericht Sachsen urteilte. Der Mitarbeiter habe sich durch einen Fehler des Getränkeautomaten finanziell bereichert und damit einen Vertrauensbruch begangen. Dies rechtfertige eine fristlose Kündigung, so das Gericht. Auch eine Abmahnung sei hier nicht nötig gewesen. Denn eine Abmahnung dient dazu, dem Arbeitnehmer zu ermöglichen, sein Verhalten zu überdenken. In diesem Fall sei von einer Besserung aber nicht auszugehen, meint das Gericht. Es bestünde die berechtigte Sorge, dass der Mann in einer vergleichbaren Situation erneut so handeln würde.

LAG Sachsen, Urteil vom 29.01.2015, Aktenzeichen 1 Sa 407/14

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


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