Hooligans können als kriminelle Vereinigung gelten

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Organisiert eine Gruppe Hooligans Straftaten, wie Schlägereien oder Einbrüche, kann sie offiziell als kriminelle Vereinigung gelten. So entschied der Bundesgerichtshof und verhängte Freiheitsstrafen über die Hooligan-Anführer.

Der verhandelte Fall: Eine Hooligan-Gruppe war nicht nur im Rahmen von Fußballspielen aktiv. Sie organisierte auch über mehrere Jahre Kämpfe und Schlägereien mit anderen Vereinigungen, um sich eine Machtstellung im Umkreis zu sichern. Beendet waren solche Prügeleien erst, wenn alle Kämpfer einer Seite entweder besiegt waren oder aufgegeben hatten. In zahlreichen Fällen wurden die Teilnehmer dieser Massenkämpfe schwer verletzt. Die rechtsextreme Gruppe beging auch andere Straftaten. Beispielsweise brachen sie in türkische Restaurants und Döner-Läden ein, demolierten diese und griffen deren Besitzer an. Das zuständige Landgericht verurteilte die Anführer der Gruppe auch wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu mehren Jahren Haft, womit diese allerdings nicht einverstanden waren.

Der Bundesgerichtshof stimmte jetzt dem Landgericht zu. Er stufte die Hooligans als kriminelle Vereinigung ein, denn ihr Zweck sei es ganz eindeutig, Straftaten zu begehen. Diese seien von den Anführern geplant und durchgeführt worden. Sie waren daher auch wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu verurteilen. Der Bundesgerichtshof bestätigte deshalb die verhängten Freiheitsstrafen von bis zu vier Jahren.

BGH, Urteil vom 22.01.2015, Aktenzeichen 3 StR 233/14

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


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