Alkoholabhängigkeit ist kein alleiniger Kündigungsgrund

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Alkoholsucht allein ist kein Grund für eine Kündigung. Erst wenn betriebliche Interessen gefährdet sind oder der Arbeitnehmer seine vertraglichen Pflichten nicht mehr erbringen kann, ist die Kündigung gerechtfertigt. So urteilte das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz.

Der verhandelte Fall: Ein geschiedener Vater  arbeitete seit 23 Jahren als Lagerarbeiter für denselben Betrieb. In jüngerer Zeit fehlte er aber wiederholt  bei der Arbeit ohne sich abzumelden, musste daraufhin spontan vertreten werden und es kam zu Arbeitsverzögerungen. Er erhielt daraufhin stets eine Abmahnung. Als er einmal zehn Tage am Stück fehlte, suchten ihn Kollegen zu Hause auf und fanden ihn schließlich betrunken vor. Der Mann ist trockener Alkoholiker und rückfällig geworden. Als er trotz seiner Zusage er wäre in Ordnung in der Folge erneut unentschuldigt fehlte, kündigte ihm sein Arbeitgeber. Doch der Gekündigte wollte das nicht hinnehmen und ging vor Gericht.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz gab dem Gekündigten recht.

Alkoholabhängigkeit sei eine Krankheit und deswegen könne der Betrieb das Verhalten des Mannes nicht wie das eines gesunden Arbeiters bewerten. Dem Mann könne kein Schuldvorwurf gemacht werden, daher sei die Kündigung sozialwidrig. Die Alkoholsucht sei nur dann ein Kündigungsgrund, wenn betriebliche Interessen beeinträchtigt würden. Eine Kündigung wäre nur dann gerechtfertigt, wenn zum Zeitpunkt der Kündigung nicht abzusehen ist, dass der Arbeiter seine vertraglichen Pflichten in Zukunft erfüllen könnte. Es käme bei einer Prognose darauf an, ob der Mann zu einer Therapie bereit ist. Auch, dass dem Mann wegen seiner Alkoholkrankheit die Eignung als Stapelfahrer zu arbeiten fehle, sei nicht ersichtlich. Er habe auch nach seinem Rückfall ordnungsgemäß gearbeitet und sei nie alkoholisiert zur Arbeit erschienen.

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 05.05.2015, Aktenzeichen 7 Sa 641/14

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


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