Schadensersatz für bei Bewerbung diskriminierte Mutter

Schadensersatz für bei Bewerbung diskriminierte Mutter - 5.0 out of 5 based on 1 vote
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Eltern Mitkind620

Stellt ein Arbeitgeber eine Bewerberin nicht ein, weil er vermutet, sie müsse sich um die Erziehung ihres Kindes kümmern, dann handelt er diskriminierend. Das entschied das Landesarbeitsgericht Hamm.

Der verhandelte Fall: Eine Frau bewarb sich als Buchhalterin bei einem lokalen Radiosender. Sie bekam eine Absage, mit der sie auch ihre Bewerbungsunterlagen zurückerhielt. Auf dem Lebenslauf bemerkte die Frau eine handschriftliche Notiz. Neben der Angabe, dass sie verheiratet sei und ein Kind hat, hatte ein Mitarbeiter des Radiosenders "7 Jahre alt!" geschrieben und doppelt unterstrichen. Die Bewerberin sah in dieser Notiz eine Diskriminierung, da der Grund für die Absage offensichtlich ihr Kind sei, das sie betreuen muss und sich wohl nach Ansicht des Radiosenders nicht mit der Arbeit vereinbaren ließe. Sie verlangte deshalb 3.000 Euro Schadensersatz.

Das Landesarbeitsgericht Hamm gab der Mutter Recht.

Durch das Unterstreichen und das Ausrufezeichen habe der Arbeitgeber deutlich gemacht, wie sehr das siebenjährige Kind die Entscheidung beeinflusst hat. Dazu komme, dass er sich überhaupt die Mühe gemacht hat, das Alter aus dem Lebenslauf zu errechnen, das die Frau nicht ausdrücklich angegeben hatte. Der Arbeitgeber hat hier zudem angenommen, dass die Frau sich um die Erziehung des Kindes kümmert und nicht ihr Ehemann. Die Mutter wurde also nicht nur als Bewerberin benachteiligt, sondern auch wegen ihres Geschlechtes diskriminiert. Eine Entschädigung von 3.000 Euro sei daher angebracht.

LAG Hamm, Urteil vom 11.06.2015, Aktenzeichen 11 Sa 194/15

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


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