Kein Schmerzensgeld für verschandeltes Facebook-Profil

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Wer nicht beweisen kann, wer das eigene Facebook-Profil mit herabwürdigenden Inhalten verunstaltet hat, der hat keinen Anspruch auf ein Schmerzensgeld. Das urteilte das Landesarbeitsgericht Hessen.

Der verhandelte Fall: Ein kaufmännischer Mitarbeiter eines Unternehmens trat seinen zweitägigen Urlaub an. Dabei vergaß er, sich zuvor am Arbeitsrechner von seinem Facebook-Konto abzumelden. Seine Kollegen machten sich wohl ans Werk, das Profil des Urlaubers durch Verbindungen zu pornographischen Profilen zu verändern. Als dem Betroffenen dies später auffiel, fühlte er sich dermaßen verletzt, dass er innerhalb einer Woche fristlos kündigte. Er verlangte zudem ein Schmerzensgeld vom Arbeitgeber.

Das Landesarbeitsgericht Hessen verwehrte ihm das Geld.

Zwar sei der Mann in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt worden, denn die Verunstaltungen seines Facebook-Profils sei ein Eingriff in den sogenannten Ehrenschutz. Ansprüche auf Schmerzensgeld habe der Mann aber nicht, so das Gericht: Denn er könne nicht nachweisen, wer genau das Profil verschandelt hatte. Um einen Schmerzensgeldanspruch zu begründen, genügen reine Vermutungen, wer sich an seinem Account zu schaffen gemacht haben könnte, nicht. Der Angestellte konnte ebenso wenig beweisen, dass die Verschandlungen seines Profils tatsächlich am Arbeitsplatz erfolgten. Er habe daher keinen Anspruch auf Schmerzensgeld.

LAG Hessen, Urteil vom 13.04.2015, Aktenzeichen 7 Sa 1013/14

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


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