Vermieter haftet für infiziertes Leitungswasser

Vermieter haftet für infiziertes Leitungswasser - 5.0 out of 5 based on 1 vote
Drucken und PDF
1 1 1 1 1 Bewertung 5.00 (1 Stimme)
Teewasser620

Werden im Leitungswasser Bakterien nachgewiesen, so haftet der Vermieter, wenn sein Mieter dadurch krank wird. Dabei muss nicht ausgeschlossen sein, dass de Mieter sich woanders angesteckt haben könnte. Das urteilte der Bundesgerichtshof.

Der verhandelte Fall: Ein Mieter kam ins Krankenhaus, weil er sich mit der Legionärskrankheit infiziert hatte - einer schweren Lungenentzündung. Da diese durch Bakterien im Wasser verursacht wird, prüfte das zuständige Bezirksamt das Wasser in der Wohnung des Mieters. Es wies tatsächlich eine erhöhte Konzentration der Bakterien auf. Der Mieter erhob deshalb Klage gegen den Vermieter und forderte über 23.000 Euro Schadensersatz. Nach seinem Tod führte seine Tochter als Erbin die Klage weiter. Der Vermieter war sich jedoch keiner Schuld bewusst. Der Mann hätte sich auch anders anstecken können. Dieser Meinung schlossen sich Amts- und Landgericht an und wiesen die Klage ab.

Der Bundesgerichtshof war jedoch anderer Ansicht.

Die Legionärskrankheit verbreite sich laut Gutachten hauptsächlich durch Wasserdampf in der Lunge. Deshalb sei es naheliegend, dass sich der Mieter zu Hause beim Duschen infiziert hatte. Zumal dort die Bakterien auch festgestellt wurden, andere Quellen im Umfeld des Mannes seien hingegen nicht bekannt gewesen. Die Haftung des Vermieters kann nicht erst dann greifen, wenn völlig ausgeschlossen ist, dass sich der Verstorbene woanders angesteckt haben könnte. Der Bundesgerichtshof hob den Richterspruch auf und gab in zur erneuten Entscheidung zurück an die Vorinstanz.

BGH, Urteil vom 06.05.2015, Aktenzeichen VIII ZR 161/14

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


Kostenlos für Sie: Der advofinder Newsletter




Jetzt abonnieren und immer auf dem Laufenden bleiben.



Ich bin:

Ungültige Eingabe


Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein



advofinder.de bei: