25 % und mehr sind zu viel Anzahlung für Pauschalreisen

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Flugzeug620

Anzahlungen von 25 Prozent und mehr für eine Pauschalreise sind unzulässig. Ebenso ist eine pauschale Erhebung von 25 Prozent und mehr als Entgelt für eine etwaige Stornierung zu hoch angesetzt. Letzteres gilt jedoch nur, wenn sie ohne Begründung erfolgt. Das hat der Bundesgerichtshof geurteilt. 

Der Hintergrund: Damit ist der Anzahlungspraxis von Reiseveranstaltern für Rund-um-Angebote in letzter Instanz ein Riegel vorgeschoben worden. So war es durchaus bei TUI Deutschland GmbH, Bucher Reisen GmbH, TC Touristik GmbH, Urlaubstours GmbH und L’TUR Tourismus AG bereits im Zeitpunkt der Buchung üblich 25 bis 100 Prozent des Reisepreises direkt entrichten zu müssen.


Restsumme darf nun frühstens vier Wochen vor Reiseantritt eingefordert werden

Nach Meinung des Bundesgerichtshof verstoßen die Reiseveranstalter mit ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen gegen das Zug-um-Zug-Prinzip (Ware gegen Geld). Dieser Grundsatz besagt, dass Kunden erst zahlen müssen, wenn sie die Leistung erhalten. Der BGH stellte hierzu klar, dass die Anzahlungsforderungen von 40 Prozent (Urlaubstours) und 25 beziehungsweise 30 Prozent (TC Touristik) in den vorliegenden Fällen zu hoch sind. „Ein höherer Anzahlungsbetrag als 20 Prozent des Reisepreises benachteiligt die Verbraucher unangemessen und schwächt das Ware-gegen-Geld-Prinzip zu stark“, erläutert Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, den Gewinn für die Kunden beim finalen Richterspruch: „Die Restsumme darf frühestens vier Wochen bis einen Monat vor Reiseantritt fällig werden.“


Die Praxis bisheriger Stornoentgelte wurde ebenfalls gekippt

Auch bei der Erhebung gestaffelter Stornoentgelte hat der BGH die Reiseveranstalter in ihre Schranken verwiesen. Stornoentgelte mit einem Eingangsstaffelsatz in Höhe von 25, 30 beziehungsweise 40 Prozent der jeweiligen Anzahlung dürfen nicht unbegründet pauschal berechnet werden. Die Veranstalter hätten nicht hinreichend dargelegt, dass die verlangten Rücktrittspauschalen unter Berücksichtigung der gewöhnlich ersparten Aufwendungen und anderweitigen Verwertung berechnet wurden. Zum gleichen Schluss kam auch jüngst das Oberlandesgericht Düsseldorf mit seinem Urteil zu den Rücktrittspauschalen der alltours flugreisen gmbh. Den Mindestsatz von 40 Prozent des Reisepreises bei einer Stornierung fanden die Richter zu hoch. 

 BGH, Urteil vom 09.12.2014, Aktenzeichen X ZR 13/14; X ZR 85/12

 QUELLE: VZ/NRW – Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

 


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