Keine Zinserträge aus gestundeter Kaufpreisforderung

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Kleineshaus620

Dass eine Zahlung nicht komplett, sondern in widerkehrenden Zahlungen erbracht wird, ist kein ausreichender Grund, um eine erneute Steuerbarkeit der Zahlung zu begründen. Eine daraus resultierende Versteuerung stünde dem Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entgegen. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf festgelegt.

Der Sachverhalt: Die Beteiligten stritten über das Vorliegen steuerpflichtiger Kapitalerträge. Die Kläger verkauften ein Wohngrundstück mit einem Verkehrswert von 393 000 Euro an ihren Sohn und dessen Ehefrau. Die Erwerber verpflichteten sich, im Gegenzug auf die Dauer  von 31 Jahren monatlich 1000 Euro (insgesamt 372 000 Euro) an die Kläger zu zahlen. Die Höhe der Rate ist an die Entwicklung des Preisindexes gekoppelt. Das beklagte Finanzamt teilte den Jahresbetrag von 12 000 Euro in einen Tilgungs- und einen Zinsanteil auf und unterwarf den Zinsanteil in Höhe von rund 5000 Euro  der Einkommensbesteuerung.


Dass eine Zahlung nicht komplett, sondern in wiederkehrenden Zahlungen erbracht wird, ist kein Grund eine erneute Steuerbarkeit zu begründen

Dem ist das Finanzgericht Düsseldorf entgegengetreten. Die von den Klägern vereinnahmten Zahlungen enthielten keinen - pauschalierten - Zinsanteil. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs seien Kaufpreisraten zwar in einen Tilgungs- und einen Zinsanteil zu zerlegen, wenn ein zum Privatvermögen gehörender Gegenstand veräußert und die Kaufpreisforderung länger als ein Jahr gestundet werde. In neueren Entscheidungen habe der Bundesfinanzhof jedoch festgestellt, allein der Umstand, dass eine Leistung nicht in einem Betrag, sondern in wiederkehrenden Zahlungen zu erbringen sei, könne deren Steuerbarkeit nicht begründen.


Der insgesamt zu zahlende Betrag orientiert sich am Wert des Grundstücks und es fehlt daher an einem entgeltlichen Leistungsaustausch

Dem schließe sich das Finanzgericht Düsseldorf an. Der Versteuerung des - fiktiven- Zinsanteils stehe das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entgegen. Darüber hinaus fehle es an einem entgeltlichen Leistungsaustausch. Die insgesamt zu leistenden Zahlungen entsprächen im Wesentlichen dem Nennwert der Kapitalforderung. Zudem orientiere sich die Höhe der vereinbarten Raten am Wert des Grundstücks. Das Finanzgericht Düsseldorf hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

FG Düsseldorf, Urteil vom 22.10.2014, Aktenzeichen 7 K 451/14 E

QUELLE: Finanzgericht Düsseldorf

 


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