Kein Schmerzensgeld bei unbewiesenen Hygienemängeln im Krankenhaus

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Krankenhaus620

Fordert ein Krankenhauspatient Schmerzensgeld wegen schlechter Hygiene oder falscher Behandlung, muss er diese Mängel auch beweisen können. Das entschied das Oberlandesgericht Hamm.

Der verhandelte Fall: Eine Frau kam wegen einer Magen-Darm-Infektion ins Krankenhaus. Sie wurde operiert und blieb noch einige Tage auf der Station. Ihr wurde auch ein Katheter gelegt, der sich an der Einstichstelle entzündete und ihr starke Schmerzen bereitete. Die Ärzte stellten dort eine Infektion durch sogenannte Krankenhausbakterien fest. Die Patientin gab dem Krankenhauspersonal die Schuld für diese Infektion: Der Katheter sei falsch eingesetzt und nicht richtig versorgt worden. Auch die Hygiene im Krankenhaus sei mangelhaft, behauptete sie. Allein durch diese Umstände seien die Bakterien in ihre Wunde gelangt. Sie wisse außerdem von mindestens vier weiteren Patienten, die sich zur selben Zeit in diesem Krankenhaus mit den Bakterien angesteckt hatten. Da sie auch noch nach ihrer Entlassung an den Folgen der Infektion zu leiden hatte, forderte die Frau Schmerzensgeld von mindestens 30.000 Euro.

Das Oberlandesgericht Hamm erklärte diese Forderung für unberechtigt. Mangelnde Hygiene im Krankenhaus können Patienten nicht einfach unterstellen, sie muss auch nachgewiesen werden können.

Das konnte die Klägerin nicht in diesem Fall jedoch nicht. Ein Sachverständiger erklärte außerdem, dass die Infektion nicht zwangsweise mit der Hygiene in Verbindung stehe. Patienten könnten selbst Bakterienträger sein, ohne vorher Symptome zu zeigen. Außerdem konnte die Klägerin keine Behandlungs- oder Versorgungsfehler nachweisen. Deswegen habe sie gegenüber dem Krankenhaus auch keine Schmerzensgeldansprüche.

OLG Hamm, Urteil vom 14.04.2015, Aktenzeichen 26 U 125/13

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


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