Aufklärungsunterricht ist trotz Bedenken der Eltern zumutbar

Aufklärungsunterricht ist trotz Bedenken der Eltern zumutbar - 2.0 out of 5 based on 1 vote
Drucken und PDF
1 1 1 1 1 Bewertung 2.00 (1 Stimme)
Schulgebaeude620

Religiöse und ethische Bedenken der Eltern sind kein Grund, das Kind vom Sexualunterricht der Schule fernzuhalten. So urteilte das Verwaltungsgericht Münster.

Der verhandelte Fall: Die Viertklässler einer Grundschule sollten Aufklärungsunterricht erhalten. Die Schule lud die Eltern ein, um ihnen vorher die Inhalte und den Aufbau des Unterrichts vorzustellen. Auch hatten die Eltern die Möglichkeit in einem privaten Gespräch Vorschläge oder Bedenken zu äußern. Die Eltern eines Mädchens hatten schließlich religiöse und ethische Probleme mit der Thematik und beantragten, ihre Tochter vom Sexualunterricht freizustellen. Doch dies lehnte die Schule ab. Die Eltern behielten ihre Tochter aber trotzdem zu Hause, da sie den Unterricht nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten. Daraufhin verhängte das Schulamt ein Bußgeld.

Das Verwaltungsgericht Münster bestätigte das Bußgeld. Es sei der staatliche Bildungsauftrag, Kindern neutral Wissen und Fakten zu vermitteln.

Das kann in der Schule besser durchgeführt werden als bei den Eltern. Daher greift hier das staatliche Bestimmungsrecht. Die Teilnahme der Tochter am Sexualunterricht verletze auch nicht die Grundrechte der Eltern auf Mitbestimmung in der Erziehung. Die Eltern hatten die Möglichkeit, über die Inhalte des Unterrichts aufgeklärt zu werden und diese dann im Vorfeld mit ihrem Kind nach eigenen Wertvorstellungen zu besprechen, so das Gericht. Das Mädchen habe somit ungerechtfertigt den Unterricht versäumt.

VG Münster, Urteil vom 08.05.2015, Aktenzeichen 1 K 1752/13

QUELLE: Deutsche Anwaltshotline

 


Kostenlos für Sie: Der advofinder Newsletter




Jetzt abonnieren und immer auf dem Laufenden bleiben.



Ich bin:

Ungültige Eingabe


Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein



advofinder.de bei: